Elasthan

großes Stoff ABC- Elasthan, Mischgewebe und andere chemische Fasern

Hallöchen, so diese Woche geht es weiter mit einem dir bestimmt nicht unbekannten Stoff, Elasthan.

Wie oft hast du es schon in deiner Kleidung gelesen und wie oft hast du dich gefragt, warum ist da jetzt wieder „Plastik“ drin und warum soviel!?

Keine Panik, von nun an weißt du Bescheid!

Was ist überhaupt Elasthan?

Elasthan ist ein tolles Produkt und wurde erstmals 1962 in Deutschland unter dem Namen Lycra verkauft. Den Namen hast du doch bestimmt schon mal gehört! Die dehnbare Chemiefaser wurde 4 Jahre zuvor in der USA erfunden und ähnelt sehr dem Gummi ist aber wesentlich haltbarer und hat eine höhere Festigkeit.

Zu 85 %  besteht sie aus Polyurethan. Die Fasern sind zum Teil sehr locker, aber auch sehr steif verbunden, was die hohe Elastizität ausmacht. Ein Elasthangewebe kann bis zu 700 % gedehnt werden und bleibt dabei dauerhaft Formbeständig.

Elasthan ist leicht, weich, glatt und sehr leicht zu färben, deshalb ist es in der Modeindustrie nicht mehr wegzudenken.

Das Gewebe lädt sich nicht statisch auf und ist bis zu 40 ° C waschbar, im Ausnahmefall kann man es sogar selten bis zu 60 ° C waschen.

Warum wird es so gerne gemischt? (Vorteile)

Durch die leichte, weiche und glatte Struktur wird Elasthan gerne für Sportkleidung, Unterwäsche, Socken, Strumpfhosen, Badebekleidung, Miederware und sogar in der Magie verwendet. Ja der Zauberer verwendet gerne die ultra reißfesten praktisch unsichtbaren Fäden um so manchen Zaubertrick vorzuführen!

Elasthan

Elasthan, Mischgewebe und andere chemische Fasern

In einer Stretch Jeans sorgen schon geringe Mengen Elastan für eine bessere Passform. Im Jersey-Shirt verhindert der Elasthan-Anteil ein schnelles Ausleiern. Auch bei Kinderkleidung, bei Mützen oder anderen Accessoires verhindern Bänder aus elastischem Material ein verrutschen.

Für einen noch besseren Tragekomfort wird Elasthan meist noch mit Polyamid gemischt. (z.B. 80 % Polyamid und 20 % Elasthan). Zu Polyamid komme ich aber nochmal genauer.

Ein riesiger Vorteil, das Material aus Elasthan fusselt nicht, es bilden sich keine Knötchen nach mehreren Waschgängen, es gibt also praktisch kein Pilling wie z. B. bei Baumwolle oder anderen Naturfasern.

Was sollte man beim Benutzen von Textilien mit Elasthan beachten?

Vorsicht ist gegeben bei hohen Temperaturen, mehrere Wäschen über 60 °C setzten dem Material schon sehr zu.

Als Dekostoffe eignen sich Elasthangemische auch eher weniger. Auch ein Vernähen eines großen elastischen Stückes ist schon etwas schwieriger und bedarf einiges an Können und ein paar Tricks!

Auch bei Bekleidung aus Elsthan sollte man auf die geringe Flüssigkeitsaufnahme achten, etwa nur 1 %! Im Vergleich ein T-Shirt aus reiner Baumwolle hat eine Flüssigkeitsaufnahme von etwa 65 %! Also wenn man mal etwas ins Schwitzten kommt, sollte man doch lieber zur Baumwolle greifen 😉

Elasthan

Elasthan, Mischgewebe und andere chemische Fasern

Welche chemischen Fasern gibt es eigentlich noch?

Polyamid

Besteht aus zähen Kunstfaser auf Erdölbasis. Polyamid ist sehr elastisch, knittert sehr wenig und kann 4 – 1 % Wasser aufnehmen, was für eine Kunstfaser schon vergleichsweise gut ist. Bekannt ist Polyamid aber besser unter seinen Handelsnamen wie Nylon oder Perlon. Wird hauptsächlich für Feinstrümpfe oder Feinstrumpfhosen verwendet. In einem „normalen“ Stoff zum Beispiel für Bekleidung, wird es nur in sehr geringen Mengen verwendet.

Baumwoll-Strech

Hier wird ein Mischgewebe aus Naturfaser und chemischer Faser hergestellt, welches den hohen Tragekomfort der Baumwolle mit den Vorzügen der elastischen Faser des Elasthan verbinden soll. Ein wunderbares Beispiel ist hier der berühmte Jersey! Das Ergebnis ist eine optimale Anpassungsfähigkeit und eine hervorragende Passform. Strech ist übrigens ein Mode-Begriff mit dem man alle dehnbaren Materialien bezeichnet.

Elasthan

Elasthan, Mischgewebe und andere chemische Fasern

Viskose

Viskose wird aus pflanzlichen Zellen hergestellt, meistens aus Buchenholz! Selten werden auch Pinien-, Fichten- oder Eukalyptusholz oder Bambusfasern verwendet. In der Zusammensetzung ähnelt Viskose sogar Baumwolle, allerdings ist diese eine natürlich gewachsene Faser und nicht wie Viskose, die  durch chemische Prozesse gewonnen wird.

Viskose ist also eine Kunstfaser mit natürlichem Ursprung. Hättest du es gewusst, dass man sogar Holz tragen kann ? 😉

Shirt Kimono Tee mit Stoff aus Dänemark und Deutschland

Viskose

Als Bekleidungsstoff ist die Viskose im Sommer super geeignet, da sie leicht fällt und die Wärme nicht festhält. Ein weiterer Vorteil, die Viskose lässt sich sehr gut färben und die Farbe hält nach mehreren Waschgängen sogar noch besser wie bei Baumwolle.

Modal

Modal oder auch CMD genannt ist der Viskose sehr ähnlich wird aber ausschließlich aus Buchenholz hergestellt. Modal ist etwas fester, hat eine bessere Flüssigkeitsaufnahme und trocknet schneller als Viskose.

Polyester

Polyester ist eine reine Kunstfaser, die aus Erdöl hergestellt wird. In der Bekleidungsindustrie ist sie die am häufigsten eingesetzte Kunstfaser da sie sehr preiswert ist, sich aber in vielen unterschiedlichen Designs und Eigenschaften herstellen lässt.

Polyester nimmt sehr wenig Feuchtigkeit auf, ist sehr reiß- und scheuerfest und lässt sich wunderbar färben. Natürlich ist die geringe Wasseraufnahme auch eine ganz klarer Nachteil, so kann Schweiß nur schlecht aufgenommen werden! Polyester knittert aber wenig und muss nicht gebügelt werden! Hier klarer Vorteil!

Manchmal ist es gar nicht so einfach zu erkennen, ob du jetzt Baumwolle oder doch Polyester vor dir hast, deshalb jetzt nochmal ein kleiner Trick 😉

WELCHEN STOFF HABE ICH DENN JETZT EIGENTLICH GEKAUFT? Natur- oder Kunstfaser?

Hier nochmal die Brennprobe: Achtung nur Zuhause im Freien durchführen auf keinen Fall ungefragt im Stoffladen!

Stoffe shoppen in Dänemark

Stoffe über Stoffe

WAS BRAUCHST DU

  • Feuerzeug
  • Wanne/ Eimer mit Wasser zum löschen
  • kleine unterschiedliche Stoffstücke

SO FUNKTIONIERST DIE STOFFKUNDE MIT DER BRENNPROBE

Kleines Stoffstück mit mit dem Feuerzeug anzünden, Flamme löschen und nun die Asche begutachten und am Stoff schnuppern. Die Wasser steht nur zur Vorsicht dabei, eigentlich reicht es wenn du die Flamme nur „auspustest“, so kannst du die Asche besser beurteilen.

RICHTIG ANALYSIEREN

Baumwolle

  • Geruch: nach verbranntem Papier
  • Asche: weißlich, sehr fein, hell, einfach und vollständig zwischen den Fingern zu zerreiben

Wolle

  • Geruch: nach verbranntem Haar
  • Asche: schwarz, zerfällt zwischen den Fingern ist leicht krümelig und bröckelig

Seide

  • Geruch: nach verbranntem Horn oder Haar
  • Asche: schwarz, zerfällt zwischen den Fingern, bröckelig

Viskose

  • Geruch: nach verbranntem Papier
  • Asche: weißlich, leicht zerfällt vollständig zwischen den Fingern

Viskose/ Acetat-Mischung

  • Geruch: nach verbranntem Papier
  • Asche: weißlich, leicht, aber zerfällt nicht vollständig, es bleibt ein harter Rand

Polyester

  • Geruch: stechender beißender und stark chemischer Geruch
  • Asche: keine Asche, es bilden sich lediglich glasähnliche Kügelchen

Hier lang zu den anderen Beiträgen des großen Stoff-ABC, Baumwolle und andere Webarten

Einen schönen Urlaub, super Ferien oder einfach nur ein paar tolle freie Tage mit der Familie. Näh und lies dich glücklich! Viele liebe Grüße Stina

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.