Nähzimmer, Blick vom Fenster

Wo ist dein Nähzimmer? Meine Reise durch das Haus

kaum genutzte Werkstatt zu Einem Näh- und Bastelzimmer umgestalten

Heute möchte ich euch gerne von meiner Reise durch unser Haus erzählen. Ich hoffe euch geht oder ging es mal genauso. Man hat ein Haus und möchte irgendwo ein Platz haben um Nähen und Basteln zu können. Ein Plätzchen für die paar Stoffe, Garne und anderen Bastelkram.

Der Anfang der Reise

Angefangen habe ich im Wohnzimmer, ich dachte mir abends, der Mann vor dem Fernseher und ich am großen Esstisch dahinter (zweiter Essplatz des Hauses). Dort kann ich meine Stoffe zuschneiden und gemütlich nähen. Also für die kleinen Projekte die innerhalb einer Woche erledigt waren, war es gar kein Problem, ich konnte das geringe Chaos für eine gewisse Zeit ertragen und nach dem fertigen Projekt wurde auch wieder alles verräumt. Wehe es dauert aber etwas länger, oder ich wollte zwischendurch eine Pause einlegen. Die Näh- und Bastelutensilien lagen rum, jeder konnte sie sehen und verursachten immer ein schlechtes Gewissen. Man hörte fast die vorwurfsvolle Stimme der Nähmaschine: “ Warum benutzt du mich nicht mehr, … ich staube bald ganz ein, räume mich doch wenigstens auf,……“ Oder es meldete sich plötzlich Besuch an und ich konnte diesen nicht ins Wohnzimmer lassen, weil dort der Stoff chaotisch auf dem Tisch lagen, das Garn überall am Boden verteilt war oder das Geschenk für die betreffende Person gerade genäht wurde.

Trepp auf Trepp ab

Wenn man dann noch wie ich Applikationen liebt und man eh ins Bügelzimmer/ Büro muss, kommt man gleich auf die Idee, warum ziehe ich nicht dahin um. Also nahm ich das ganze Zeug, räumte es in einen Schrank im Büro und war stolz. Sowieso praktisch, weil ich sonst ja ständig zum Aufbügeln der Applikationen Trepp auf Trepp ab musste. Aber auch hier, merkte ich spätestens am Sonntag (mein Bügeltag) irgendwie fehlt mir der Platz. Wenn dann noch der Mann genervt war, weil eine wichtiger Brief fehlte der unter den ganzen Stoffen und Schnittmustern verloren gegangen war, dann ging auch hier die Freunde über den schönen Nähraum zu Ende. Aber es gibt ja noch mehr Räume in unserem Haus. Hier ist meine Lösung für ein eigenes Nähzimmer: Die ungenutzte Werkstatt!

Kurzer Rückblick

Ein kurzer Rückblick zu unserem Zuhause: Wir sind in das Haus von meinen Schwiegereltern gezogen, mein Schwiegervater ist ein großer Bastler, der alles reparieren kann und ständig was neues werkelt. Mein Mann hat jenes Gen allerdings nicht geerbt. Was ja auch nicht schlimm, bei einer handwerklich begabten Frau. Also haben wir eine volle Werkstatt mit allem was das Handwerker Herz begehrt, aber nicht oder nur zwei mal im Jahr genutzt wird.

Die tollste Idee aller Zeiten: Eigenes Nähzimmer

So hatte ich schon Anfang des Jahres die tollste aller Ideen: ich ziehe mit dem ganzen Näh- und Bastelkram in den Keller. 20 qm allein für mich, ein riesiger Holzschrank, ein großer Tisch der als „Zuschneidetisch“ umfunktioniert werden kann und und und. Das Problem, die Werkstatt war noch voll.

Fast 6 Monate, viele Anhängerladungen, Autokofferräume, mehrere Umräumaktionen und eine Sperrmüll später war es endlich geschafft die ehemalige Werkstatt ist leer und konnte gestrichen werden. Der beste Ehemann der Welt hat mir an einem Wochenende die Wände gestrichen und die neue Lampe aufgehängt.

Viel Platz für Kreativität

So konnte ich nun meiner Kreativität freien Raum walten lassen. Zwar ist nur ein Teil der Werkstatt zu meinem Reich geworden, aber der reicht mir auch für´s Erste. Einen Hammer, Schraubenzieher oder eine Feile, kann ja auch eine tüchtige Frau beim Basteln gebrauchen. So durfte der Rest da bleiben, wie der Bohrer, die Werkbank und der halbe Holzschrank voll Farben, Lacke, Tapeten.

Der Bonus für fleißige Leser: Dekoideen für den eigenen Nähbereich

Für fleißige Leser gibt es jetzt auch einige Dekoideen zum nach Basteln. Wenn ihr, wie ich in ein schon volles Haus gezogen seit, müsst ihr dafür nicht mal was kaufen. Als erstes habe ich mir eine Pinnwand gebastelt passen zu meinem Erdbeer-Thema. Dafür habe ich eine alte Pinnwand genommen und den roten Stoff mit weißen Punkten, 2 cm größer als die Pinnwand ist, zugeschnitten. Dann alles mit einem großen Tacker von hinten an die Pinnwand geheftet und fertig ist das Memoboard passend zur Einrichtung. Wenn ihr jetzt doch einkaufen wollt, kauft doch ein paar farblich passende Pinnwandnadeln so wie ich bei Amazon.

Pinnwand mit Stoff bezogen

Pinnwand mit Stoff bezogen

Grußkarten und Postkarten als Dekoration

Stolz bin ich auch auf meine andere Dekorationen und Verschönerungen. Endlich konnte ich meine vielen Grußkarten und Postkarten wieder aufhängen. Diese habe ich einfach an den selbstgebauten Schrank mit Pinnnadeln befestigt.

Deko mit Gruß- und Postkarten

Deko mit Gruß- und Postkarten

Wäscheleine für Angefangene oder fertige Nähprojekte

Eine Wäscheleine an der vordersten Schiebetüre hält Platz bereit, für fertige Nähprojekte oder neue Ideen.

Wäscheleine

Wäscheleine

Bilderleiste als Bücherregal und Wandverschönerung

Selbst meine Nähbücher und Hefte haben ihren Platz gefunden, dank der super Idee meiner Schwägerin, die Ikea Bilderleiste einfach für Bücher zu verwenden. Mehr seht ihr hier auf den Fotos. Es passen sogar mehrere Bücher und Zeitschriften hintereinander drauf, so sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt.

Bilderleisten

Bilderleisten

Tutorial: Garn sortieren

Lange bevor ich überhaupt auf den Gedanken kam in die Werkstatt zu ziehen, habe ich meine Stoffe und Garne aufgeräumt und sortiert. Für die Garne hat mir mein Schwiegervater ein Garnrollenhalter gebaut. Ich wollte ja erst einen im Internet kaufen, aber die sind ja viel zu teuer und keiner war so wie ich ihn wollte. Mit viel Platz und am besten mit einer Glastüre, damit das Garn nicht verstaubt und ich aber trotzdem immer alles im Blick habe. Denn was ich nicht sehe, habe ich ganz schnell vergessen. Geht euch doch bestimmt auch so oder? Ich habe bestimmt 2 Wochen das Internet nach einer passenden Lösung durchforstet, aber nichts gefunden. Habe mir deshalb beim Ikea eine schöne weiße Tür gekauft mit Glas Einsatz . Dann hat Schwiegervater mir dazu ein Regal gebaut, mit vielen Steckern wo ich mein Garn „aufspießen“ kann. Und weil er der beste Schwiegervater der Welt ist, hat er sogar nochmal die Stecker abgeschliffen, damit auch die Spulen des Unterfadens drauf passen. Jeden Holzspieß einzeln von Hand!

Tutorial: Stoff sortieren

Meine Stoffsammlung habe ich auch schon Anfang des Jahres aufgeräumt. Als ich eines Abends einen Stoff aussuchen wollte und mir der gesamte Stapel auf den Kopf fiel, wusste ich, hier muss ich mal aufräumen. Ich habe mir aus alten Kisten Kartonstücke ausgeschnitten, so circa 20 x 20 cm groß und dann auf jedes einen Stoff gewickelt und danach in Ikea Klarsichtboxen gestellt. Geht am Besten mit Stoffen die nur 1/2 „hoch“ sind. So sehe ich jetzt immer wenn ich den Schrank aufmachen, sofort was ich habe. Zum besseren Verständnis auch hier ein paar Bilder für euch.

Andere Möglichkeiten den Stoff zu sortieren

Es gibt natürlich auch noch andere Möglichkeiten den Stoff aufzuräumen, wie sticKUHlinchen hier für euch zeigt. Indem Sie den Stoff mithilfe eines Patchworklineals faltet. Ich weiß allerdings nicht wie lange die Ordnung hier hält, bei mir ist es mit dem Karton ja doch ein bisschen stabiler. Allerdings ist bei meiner Methode der Nachteil, es müssen erst genug Kartonstücke geschnitten werden. Wie immer entscheidet ihr selbst was ausprobiert wird und was euch am besten taugt. Freue mich aber wie immer über eure Kommentare und Bilder.

Bilder meines neuen Nähreichs

Ich glücklich im neuen Nähzimmer

Ich glücklich im neuen Nähzimmer

Und zum Schluss, vielen vielen Dank an meine tüchtigen Helfer. Hier wäre auf jeden Fall an erster Stelle mein Mann zu nennen. Dankeschön Schatz! Natürlich auch vielen Dank an meinen Schwiegervater für die Hilfe beim Ausräumen des Kellers und den tollen Garnrollenschrank (es sind schon viele neidisch auf das Schränkchen) auch nicht zu vergessen meine Schwiegermutter für das Kinderhüten, meiner Schwägerin, Schwager, Schwester und meinem kleinen Maximilian!

Viele liebe Grüße Stina von fragolinchen

7 Gedanken zu „Wo ist dein Nähzimmer? Meine Reise durch das Haus

  1. Ingrid sagt:

    Hallo Stina,
    Durch Zufall bin ich auf deine Seite gekommen. Klasse! Ein großes Lob dafür.
    Und dein Nähzimmer hast du auch super geplant und umgesetzt.
    Kannst stolz auf dich sein.
    Liebe Grüße und weiterhin viel Erfolg.
    Ingrid

  2. Sabine G. sagt:

    Irgendwie habe ich mich bei den ersten Zeilen gleich wiedererkannt. Habe auch erst im Esszimmer genäht. 😉 Einen so schönen Keller um drin zu nähen habe ich leider nicht, aber heute sind meine Nähsachen auch umgezogen.
    Unsere jüngste Tochter ist jetzt (fast) komplett bei ihrem Freund eingezogen. Ihre Möbel bleiben alle in dem Zimmer (so hat man auch mal eine Schlafgelegenheit für Gäste) und ihre Regale und ihren Schreibtisch habe ich in Beschlag genommen.

    LG
    Sabine

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